Prävention oder Reparatur

Ein guter Bekannter von mir ist in seinem beruflichen Leben als Schiffselektriker zur See gefahren. In einem Gespräch erläuterte er mir in zwei Worten den wichtigsten Inhalt seiner Tätigkeit: „vorausschauende Instandhaltung“.

Ein Begriff, der mich ins Grübeln brachte.

Wie wäre es, wenn wir das auf den Menschen, ja auf das menschliche Sein übertragen würden. Und damit sind wir bei der Prävention. Mittlerweile ist es hinlänglich bekannt, dass wir mit einem präventiven Lebensstil, der eine gesunderhaltende Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf, soziale Interaktion und ein sinnvolles Leben beinhaltet, viele unser sogenannten Zivilisationskrankheiten vorbeugen können.

Statt dessen aber verlassen wir uns auf eine vermeintlich allmächtige Reparaturmedizin, die die Fehler unseres Lebensstils korrigieren kann und wir somit lebenslang auf medikamentöse Gehhilfen angewiesen sind. Übrigens ein äußerst lukratives Geschäftsmodell für die Beteiligten. Diese Reparaturmedizin versucht nun zusätzlich gottgleich den genetische Code zu manipulieren, obwohl wir wissen, dass epigenetische Faktoren in den allermeisten Fällen mehr und effektiver das erreichen kann, was wir uns von der Reparaturmedizin erhoffen.

Selbstverständlich können wir uns nicht 100%ig vor allen möglichen Ungemach und Krankheiten schützen, aber wir können die Lebensstilfaktoren, die wir als krankmachend identifiziert haben, sehr wohl beeinflussen … aber wir tun es nicht (oder zumindest die Wenigsten von uns). Warum?

Und wenn wir nun das Prinzip der „vorausschauenden Instandhaltung“ nicht nur auf die individuelle Gesunderhaltung sondern auf die planetare Gesunderhaltung übertragen wird das katastrophale Ausmass dieser Ignoranz noch deutlicher.

Mit ungebremster Geschwindigkeit, in vollem Bewusstsein, dass unser Tun unsere Lebensgrundlagen nach und nach vernichtet, machen wir einfach so weiter bisher. Eine grundlegende Wandlung findet weder im Individuellen noch im Sozialen statt.

Im Gegenteil, mehr und mehr finden wir die Tendenz: ich zuerst, meine Nation als erstes …

Wir müssen eine Haltung an den Tag legen, die als Grundlage die Einheit aller Lebewesen nicht nur anerkennt sondern erkennt. Was ich meinen Mitgeschöpfen antue, tue ich mir selber an. Was ich anderen Nationen antue, tue ich mir selber an. Es gibt keine Trennung.

Für den Menschen wie für Mutter Erde gilt gleichermaßen: es ist weit nach 12 Uhr und unser Handeln muss gleichermaßen präventiv wie reparierend sein … und zwar jetzt.

Omega-3 Fettsäuren und Hirnleistung

Lebensmittel reich an Omega-3-Fettsäuren

Mittlerweile gibt es eine große Anzahl an Studien, die die positive Wirkung der Omega-3 Fettsäuren auf die Gehirnleistung bestätigen. Hier geht es allerdings um die aquatischen Fettsäuren, nicht die pflanzlichen aus z.B. Leinöl oder Walnüssen.

Omega-3 Fettsäuren sind essentiell, das heißt, wir müssen sie mit der Nahrung zu uns nehmen. Lieferant aquatischer omega-3 Fettsäuren ist Fisch, dessen Verzehr sich aus ökologischen Aspekten aber auch auf Grund der Belastung mit Schwermetallen und Mikroplastik verbietet. Alternativ kann mit Algenöl oder hochgereinigtem Fischöl supplementiert werden.

Das Seepferdchen

In unserem Gehirn findet sich eine Struktur namens Hippocampus (Seepferdchen weil es so ähnlich aussieht wie eines). Der Hippocampus hat eine Vielzahl von Funktionen, die aufzuzählen diesen Artikel sprengen würde. Herausheben möchte ich hier die Bedeutung für das Gedächtnis. Es geht dabei um die Überführung von Gedächtnisinhalten aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. 

Um diese enorme Leistung zu vollbringen muss der Hippocampus auf der einen Seite neue Verbindungen zwischen den bereits vorhandenen Nervenzellen bilden und zum anderen für Nachschub neuer hippocampaler Neurone sorgen.

DHA

Und hier kommen die Omega-3 Fettsäuren ins Spiel. Das Gehirn besteht zu ca. 60% aus ungesättigten Fettsäuren. Vor allem die Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) ist ein elementarer Baustein der Zellmembranen der Gehirnzellen. Ist nicht genügend DHA vorhanden werden andere Fettsäuren in die Membran eingebaut, was dazu führt, dass Gehirnzellen nicht erneuert und umgebaut werden können. Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren über einen Zeitraum von 5 Monaten führte zu einer 65%igen Verringerung der Konzentration von DHA des gesamten Gehirns. (1)

In der Folge schrumpft der Hippocampus, was fatale Folgen auf die Gedächtnisleistung hat. Schlimmstenfalls ist eine Unterversorgung mit DHA an der Entstehung der Alzheimerdemenz beteiligt, die ja dadurch gekennzeichnet ist, dass davon betroffene Menschen ihre Erinnerung verlieren. 

Was also tun.?

Zunächst einmal den Omega-3 Index messen lassen sowie das Verhältnis der Fettsäuren zueinander.

Das kannst Du hier tun: https://tidd.ly/3xCyPiw

Und dann Omega-3 supplementieren. Dosierung in Abhängigkeit vom Testergebnis. Weiter eine lebenslange Erhaltungsdosis. Für ein gesundes Gehirn und einen Hippocampus, der seine Funktionalität erfüllen kann.

Weiterführende Literatur: Dr. med. Michael Nehls: Das erschöpfte Gehirn

 

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(1) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30367533/

Das Mikrobiom und stille Entzündungen

Akute Entzündungen sind biologisch sinnvolle Reaktionen auf krankmachende Einflüsse. Sinn und Zweck ist es, diese Einflüsse zu eliminieren. Sie können aber auch chronifizieren und als ‚stille Entzündungen‘, sogenannte silent inflammations, ablaufen und dann sind sie alles andere als biologisch sinnvoll. Im Gegenteil können sie zu Degenerationen und Entartungen führen.

Das Thema stille Entzündungen ist gerade in Fachkreisen sehr populär und viele Erkrankungen werden damit in Verbindung gebracht, wie z.B. das metabolische Syndrom, Autoimmunerkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen, um nur einige zu nennen.

Wie kann es dazu kommen? Um einer Antwort näher zu kommen müssen wir uns mit dem Darm, besser mit dem Mikrobiom, der Bakterienvielfalt auf unserer Darmschleimhaut, näher befassen.

Vorausgeschickt sei gleich, dass es sich auch in dem Fall der stillen Entzündungen nicht um ein monokausales Geschehen handelt. Insbesondere die oben erwähnten Krankheiten können gleich mehrere Ursachen haben.

Doch speilt der Darm dabei eine wichtige Rolle. Und das möchte ich hier kurz darlegen. In der Naturheilkunde hieß es schon immer: Der Tod sitzt im Darm … und nun bringt die evidenzbasierte Medizin immer mehr Beweise dafür.

Der Darm ist auf Grund seiner großen Kontaktfläche besonders gefährdet, sich mit entzündungsauslösenden Substanzen zu beschäftigen, schließlich hat er Kontakt zur Aussenwelt. Und im Grunde ist er auch ganz gut geschützt. Ohne näher auf die anatomischen Einzelheiten eingehen zu wollen ist eine der Schutzbarrieren die Besiedlung der Darmschleimhaut mit Mikroorganismen.

Sie bilden, wenn das Mikrobiom gesund zusammensetzt ist, eine Kolonisationsresistenz gegen krankmachende Keime und schützen so vor Entzündungen. Darüber hinaus bilden sie kurzzeitige Fettsäuren (u.a. Butyrat), die nicht nur Energie für die Darmschleimhautzellen liefern, sie wirken auch antientzündlich. Und die Bakterien kommunizieren mit den Zellen des Immunsystems, die unter der Schleimhaut liegen.

Das funktioniert auch alles ganz gut, solange die Zusammensetzung des MIkrobioms stimmt. Kommt es hier zu einer Dysbiose, können entzündliche Prozesse im Darm überhand nehmen und die Schleimhaut schädigen. Diese Schädigung kann so weit gehen, dass kleine Löcher entstehen und der Zusammenhalt der Darmschleimhautzellen nicht mehr gewährleistet ist. Es entsteht das sogenannte ‚leaky gut‘ Syndrom.

Und jetzt können Bakterien, auch die guten, und andere entzündungsauslösende Substanzen aus dem Darm direkt ins Gewebe und dort zu chronischen Entzündungsreizen führen. Eine Ernährung, mit zuviel raffinierten Kohlehydraten, zu viel Fleisch, Alkohol, Koffein etc. trägt dazu bei, das der Darm entzündlich reagiert.

Also sollten wir auf der einen Seite unser Augenmerk auf die Gesunderhaltung unseres Darmmilieus legen in Form von Prä- und Probiotika und auf der anderen Seite unser Ernährungsverhalten so weit anpassen, dass wir die Darmschleimhaut nicht noch zusätzlich schädigen. In diesem Zusammenhang spielen z.B. die Omega-3 Fettsäuren mit ihren antientzündlichen Eigenschaften eine wichtige Rolle. 

Eine ballaststoffreiche Ernährung ist die beste Pflege für das Mikrobiom und der positive Einfluss auf chronische Erkrankungen ist bewiesen.

Schönheit von Innen mit Glycin 

Glycin ist eine nicht-essentielle Aminosäure und als wichtiger Bestandteil fast aller Proteine und als Stoffwechselfaktor von besonderer Bedeutung.

Uns interessiert hier vor allem, was Glycin mit Schönheit von Innen zu tun hat. Es geht hier nicht um charismatische Ausstrahlung, gesundes Selbstbewusstsein oder Akzeptanz des eigenen Selbstes, was zweifelsohne zur Schönheit von Innen beiträgt.

Nein, hier soll es um ein Proteinbestandteil von großer Relevanz für das Bindegewebe gehen. Unser Bindegewebe (auch Binde- und Stützgewebe genannt) besteht aus Knochen, Knorpel, Fett, elastischen und kollagenen Fasern. Und Kollagen spielt hier die Hauptrolle. Es findet sich unter anderem in den weißen, unelastischen Fasern von Sehnen, Bändern, Knochen und Knorpeln … also praktisch überall im Bindegewebe. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es mehrere Typen von Kollagen gibt und wenn wir über Kollagen sprechen, meinen wir das Kollagen vom Typ1.

Und Glycin (schmeckt leicht süßlich) ist mit fast gut einem Drittel die häufigste Aminosäure im Kollagen. Der menschliche Köper kann sie aus Serin (ebenfalls eine nicht-essentielle Aminosäure) synthetisieren und wir nehmen sie mit der Nahrung zu uns. Und was macht das Glycin und somit das Kollagen mit der Haut?

Es verbessert die Hautfeuchtigkeit, Elastizität, Rauheit und Dichte der Haut. (Darüber hinaus verbessert es die Funktionalität der Gelenke und Gelenkschmerzen.)

Das sollte Grund genug sein, sich ausreichend mit dieser Aminosäure zu versorgen. Und wo ist sie drin? Glycin kommt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. Besonders Häufig findet man sie in Fisch, Fleisch und Geflügel. Gute pflanzliche Glycinquellen sind beispielsweise Sojabohnen, Linsen, Haferflocken und Erdnüsse.

Der Bedarf liegt bei ca. 10-12 g/tgl. Wir können es zwar selber herstellen, aber offensichtlich nicht so viel, so dass wir den Rest über die Nahrung zuführen müssen (und selbst das wird schwierig) oder aber supplementieren. Hier gibt es Kollagenhydrolysat Produkte tierischen Ursprungs, die das ethische Problem der Aufzucht mit sich bringen, Stichwort Massentierhaltung. Sogenanntes pflanzliches Kollagen enthält kein Kollagen sondern die zur Synthetisierung notwendigen Aminosäuren.

Also, möchtest Du ein verbessertes Hautbild kannst Du Deine Pflegeroutine mit Cremes und Seren sehr effektiv mit der Aminosäure Glycin erweitern, die Deine Schönheit von Innen unterstützt.

Copyright Foto: © Bildagentur PantherMedia  / evgenyataman 

Glykokalyx – Schutz, Barriere und Heimat für Mikroorganismen

Die Glykokalyx ist eine Schicht an der Aussenfläche von Zellmembranen. Sie besteht aus Mehrfachzuckern, die fest mit den Membranproteinen und -lipiden verbunden ist.

Sie dient bei Einzellern als Schutz vor Austrocknung, vor gefressen werden und ist ein Pathogenitätsfaktor. Beim Menschen finden wir sie vor allem an der Innenseite der Gefäßwände und in der Darmschleimhaut. An den Gefäßwänden hindert sie z.B. den Austritt von Flüssigkeit ins Gewebe.

Interessant für diesen Artikel ist die Glykokalyx der Darmschleimhaut. Sie liegt wie eine Schutzschicht den (Dünn-)Darmschleimhautzellen auf und besteht im Grunde genommen aus einer mehr oder weniger keimarmen inneren, der Darmwand aufliegenden und eine äußern, dem Darmlumen zugewandter Schicht. In dieser letzteren finden sich eine Vielzahl von Bakterien, die das Mikrobiom des Darmes ausmachen. In manchen Zusammenhängen wird diese Schicht auch ‚Biofilm‘ genannt.

Der Tod sitzt im Darm

Die Zusammensetzung des Mikrofilms ist in großem Maße abhängig von Ernährung, Genussgiften wie Nikotin und Alkohol, Stress sowie Medikamenten. All diese eben genannten Faktoren können das Gleichgewicht des Mikrobiom empfindlich schädigen, so dass die Zusammensetzung pathologisch wirken kann. Der Zusammenhang zwischen einem gestörten Mikrobiom und (neurodegenerativer) Erkrankungen ist seit langem bekannt.

Wenn sich nun diese innere Schicht der Glykokalyx ausdünnt kommen mehr und mehr Bakterien an die Schleimhautzellen heran und bekommen Kontakt zu Immunzellen, die direkt unterhalb der Darmschleithautzellen liegen. Hier sei noch angemerkt, dass die Darmwand lediglich aus einer Zelllage besteht und dementsprechend sensibel ist.

Stille Entzündungen

Diese Immunzellen werden durch die Bakterien getriggert und es entstehen Entzündungen, die auf die Darmwand übergreifen können aber auch andere Organe erreichen können. Zum allergrößten Teil sind es sogenannte stille Entzündungen, auch ‚silent immflammations‘, die Ursache für eine Vielzahl von Erkrankungen sein können. Beispielhaft seien hier genannt Mb. Alzheimer, Mb. Parkinson, Kopfschmerzen, Migräne, Herzinfarkt, KHK, rheumatische Erkrankungen, Fettleber, Insulinresistenz, Fettstoffwechselstörungen, Autoimmunerrankungen, Carcinome u.s.w.

Wir finden sozusagen eine Ursache und viele Symptome. Für die stillen Entzündungen gibt es mehrere Gründe, einer davon ist die gestörte Glykokalyx. Ein Schutzfaktor für die Glykokalyx sind kurzzeitige Fettsäuren. Diese kurzzeitigen Fettsäuren werden z.B. von Bakterien gebildet, wenn sie genug Ballaststoffe bekommen, aber auch von Omega-3, (die zu dem noch antientzündlich wirkt) einer mehrfach ungesättigten essentiellen Fettsäure.

Omega-3 und Ballaststoffe 

Hier finden wir zwei Ernährungsansätze, um den Phänomen ‚silent inflammation‘ zu begegnen.  Berücksichtigt wir jetzt noch die Unterversorgung der deutschen Bevölkerung mit Omega-3 (im Durchschnitt beträgt der Omega-3 Index 4-6%, wünschenswert wäre mehr als 8%) und dass die Deutschen laut Nationaler Verzehrstudie II die von der DGE empfohlene Mindestzufuhr von 30g Ballaststoffe pro Tg mehrheitlich nicht erreichen wundert es wenig, wenn wir mittlerweile so vielen Stoffwechselkrankheiten begegnen.

An dieser Stelle sei eine kritische Anmerkung zu den im Augenblick vielfältig im Internet angepriesenen ‚Darmreinigungen‘ gestattet, die mit verschiedenen Methoden den’Biofilm’ herausbringen wollen und somit eine Reinigung der Darmschleimhaut zu vollziehen. Meines Wissens ist es noch völlig ungeklärt, was eine derartige Reinigung mit der schützenden Glykokalyx macht und evtuell sogar die schützende Schicht von den Darmschleimhautzellen mit entfernt, so dass diese schutzlos den verbliebenen Mikroorganismen ausgeliefert sind.

Was tun? Wie immer ist es ganz einfach. Iss frische, naturbelassene Lebensmittel, am besten aus biologisch-dynamischen Anbau, nutze gute natürliche Fette, reduziere die (vor allem) raffinierten Kohlenhydrate. Meide Fleisch und tierische Produkte von Tieren aus Massentierhaltung (abgesehen vom ethischen Standpunkt sind dieses Fleisch und deren Produkte wie Milch und Butter von der Zusammensetzung der Fettsäuren schlecht), versorge Dich ausreichend mit Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, nötigenfalls mit sinnvoller Nahrungsergänzung.

Mehr zu diesem Thema erfährt Du am 29. Mai von 10-15h in einem online Seminar zum Thema Darm-Hirn-Achse. 

Hier geht es zur Anmeldung.

Fett – weiß, beige oder braun

Fettzelltypen als Fettzellteilung im braunen, beigen oder weißen Umrissdiagramm

Das Fettgewebe im menschlichen Körper erfüllt eine Vielzahl von Aufgaben. So dient es als Baufett dem Auspolstern der Augenhöhle, schützt unsere Fersen beim Gehen und Laufen und dient den knöchernen Sitzhöckern als Polster, so dass wir länger sitzen können. 

Ohne dieses Sitzhöckerfett würden wir sehr schnell Schmerzen beim Sitzen bekommen und müssten sehr schnell wieder aufstehen … was eigentlich gar nicht so schlecht wäre in einer Zeit, wo wir uns immer weniger bewegen.

Darüber hinaus ist das Fettgewebe ein immens wichtiges Stoffwechselorgan. Lange Zeit hat man es als Zielorgan einiger Botenstoffe angesehen. Jetzt weiss man, dass es selbst ein hormonelles Organ ist, das z.B. mit Leptin unser Hungergefühl steuert. Man hat derzeit mehrere hundert Sekretionsprodukte mit lokalen oder systemischen Wirkungen charakterisiert.

Weiterhin dient das Fettgewebe der Energiespeicherung. Wir können größere Mengen Triglyceride in den Depots speichern, die wir bei Bedarf wieder verbrauchen können. Es ist das ausführende Organ des zentral gesteuerten Energiehaushaltes.

Und hier kommen wir zur Farbe. Die Speicherfettzellen sind sogenannt univakuolär, d.h., sie haben nur eine Vakuole, eine Art Hohlraum, in dem die Lipide gespeichert werden. Diese Vakuole kann bis zu 95% des Zellvolumens ausmachen und alle anderen Zellorganellen an den Rand drängen. Sie bestehen also hauptsächlich aus Speiherfett. Bei der histologischen Untersuchungen sind diese Adipozyten in der Regel entleert und erscheinen weiss. Darum wird dieses Depotfettgewebe auch weisses Fett genannt.

Dann gibt es Fettzellen, die plurivakuolär sind, also mit vielen Vakuolen ausgestattet sind, die ebenfalls mit Speicherfett gefüllt sind, aber die anderen Zellorganellen nicht an den Rand der Zelle drängen. Darüber hinaus enthalten sie sehr viel mehr Mitochondrien, die diesen Fettzellen eine eher Braunes Aussehen verleihen. Darum spricht man in diesem Fall vom braunen Fettgewebe.

Und das hat es in sich. Auf Grund der vielen Mitochondrien kann hier sehr viel Substrat verbrannt werden und durch einen besonderen Mechanismus wird bei diesem Prozess die Energiegewinnung abgekoppelt und es entsteht Wärme. Unser braunes Fett ist also ein Wärmelieferant. Darum haben Säuglinge (schlechtes Oberflächen-Volumenverhältnis, sie kühlen schnell aus) noch so viel davon und wir Erwachsenen relativ wenig. Angeregt wird die Wärmebildung durch Kälteexposition, einen sogenannten thermogenen Lebensstil mit z.B. Raumtemperaturen um die 17 – 18 Grad und oder längeren Spaziergängen an frischer und kalter Lauft … ohne Funktionsbekleidung. Aber unser Komfortbedürfnis hat etwas dagegen.

Würde man aber das praktizieren, so könnte das weisse Fettgewebe in braunes umgewandelt werden, also es wird nicht ganz so braun wie das ursprüngliche, sonder eher beige. Und da sind wir bei dritten Farbe des Titels.

Und das ist doch eine gute Nachricht für alle, die Ihre Fettdepots verkleinern möchten. Man muss nur das weisse Depotfett in braunes umwandeln. Leichter gesagt als getan. 

Cholin – ein interessanter Mikronährstoff

Cholin, früher auch Vitamin B4, genannt ist ein lebensnotwendiger Mikronährstoff, den der menschliche Körper aus der Aminosäure Methionin und Folsäure selber herstellen kann. Lange Zeit ging man davon aus, dass die körpereigene Synthetisierung von Cholin ausreichend sei. Eine cholinarme Ernährung führt allerdings zu Muskelschäden und Fettleber.

Im menschlichen Stoffwechsel wird Cholin u.a. zu Azetylcholin umgewandelt, einem lebensnotwendigen Neurotransmitter (= Vermittler von Nervenimpulsen). Darüber hinaus ist Cholin Bestandteil der Phospholipide, die ihrerseits eine der drei Hauptgruppen der Zellmembran(lipide) sind.

Neuronensynapse

Allein diese beiden Baustoffe, die aus Cholin gebildet werden, zeigt wie wichtig dieser Mikronährstoff für unser Wohlergehen und unsere Gesundheit ist. 

Dementsprechend vielfältig sind die Funktionen vom Cholin:

  • Nervensystem: Cholin als Bestandteil von Azetylcholin und somit Signalüberträger im Nervensystem beeinflusst sämtliche beteiligte Nervenprozesse, Gedächtnisleistungen, Emotionen sowie muskuläre Funktionen wie Herzmuskelkontraktion, Atmung und Blutdrucksteuerung.
  • Leber: ganz wichtig ist die Funktion beim Fettstoffwechsel und Giftabbau in der Leber. Cholin verhindert den Fetteinbau in die Leberzellen und schützt diese durch Membranstabilisierung. Darüber hinaus stimuliert Cholin die Enzymsysteme zur Entgiftung in der Leber, um anfallende Gifte und Fremdstoffe abzubauen und auszuscheiden. 
  • Cholinmangel erhöht die Homocysteinwerte und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit an Arteriosklerose zu erkranken. Homocystein ist ein gefäßschädigendes Abbauprodukt des normalen Stoffwechsel, das v.a. Vit B6, B12 und Folsäure braucht, um abgebaut zu werden. Allerdings kann parallel dazu auch Cholin die Homcysteinspiegel im Blut senken.

In welchen Nahrungsmitteln ist denn nun ausreichend Cholin enthalten und wie viel sollten wir zu uns nehmen? Es gibt keine offiziellen Zufuhrempfehlungen lediglich eine ‚angemessene‘ Zufuhr.

So sollten Männer etwa 550 mg/d zu sich nehmen, Frauen mit 425 mg/d etwas weniger (Schwangere und Stillende 550 mg/d).

Lebensmittel Cholin-Gehalt pro 100 g
Pflanzlich  
Erdnuss 52 mg
Sojamilch 23 mg
Linsen 32 mg
Haferflocken 32 mg
Vollkornweizen 60 mg
Pilze 16 mg
Blumenkohl 40 mg
Brokkoli 40 mg
Rosenkohl 40 mg
Tierisch  
Milch 14 mg
Käse 15–25 mg
Fleisch 65–108 mg
Ei (eines) 150 mg
Fisch 60–90 mg

 

Quelle: Wikipedia

Und wie so oft ist die Bioverügbarkeit dabei eine unbekannte Variable. So weiss man z.B. dass einige Bakterien des Darmmikrobioms einen Einfluss wau die Bioverfügbarkeit haben.

Und dann könnte (und sollte) man eventuell supplementieren. Aber auch hier gilt. Zu viel ist auch nicht gut. Mehr als 3.000 mg/d sollte man nicht zu sich nehmen. 

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Gesättigte Fettsäuren erhöhen Krebsrisiko immens

Quellen gesättigter Fette

Dass gesättigte Fettsäuren im Übermass genossen ursächlich an der Entstehung der Arteriosklerose beteiligt sind ist ja schon länger bekannt und bewiesen.

Dass aber eben diese Fettsäuren auch eine entscheidende Rolle bei der Brustkrebs- und Dickdarmkrebsentstehung, spielen, belegt folgender Bericht über eine großangelegte Studie mit 10.000 Frauen.

Ein reduzierter Konsum von Nahrungsmitteln mit gesättigten Fettsäuren verringert die Wahrscheinlichkeit eines Krebsbefalls von Brust und Kolon um die Hälfte. Zu diesem Ergebnis kommen Mitarbeiter der Struttura di Epidemiologia e Prevenzione am Istituto Tumori in Mailand http://istitutotumori.it und der Associazione Italiana per la Ricerca sul Cancro http://airc.it .

10.000 Frauen untersucht

„Eine ausgewogene und gesunde Erährung bedeutet, bei der täglichen Kalorienzufuhr den Anteil an gesättigten Fettsäuren auf maximal zehn Prozent zu beschränken“, erklärt Projektleiter Vittorio Krogh.

Eine stark auf Lebensmittel tierischer Herkunft ausgerichete Kost bringe eine signifikante Risikoerhöhung für eine Brustkrebserkrankung mit sich. Durchgeführt worden war die Untersuchung an mehr als 10.000 Frauen, die aus einer Stichprobe von über 300.000 Teilnehmern stammten und mehr als elf Jahre betreut worden waren.

„Im Allgemeinen bewegt sich das Erkrankungsrisiko bei einem überhöhten Anteil an gesättigten Fettsäuren bei 14 Prozent“, verdeutlicht Krogh. Bei Frauen hingegen steige die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken, sogar auf 28 bis 29 Prozent. Diese Erkenntnis festige die Annahme, dass eine solche als falsch eingestufte Ernährungweise den Östrogenspiegel anhebt und damit die Entwicklung von hormonabhängigen Tumoren fördert.

Wenig Fleisch, Butter und Käse

Der Konsum von Fleisch, Butter und Käse sollte niedrig ausfallen. „Ein hoher Anteil an dem als schädlich geltenden Cholesterin LDL lässt das Risiko um fast 90 Prozent ansteigen“, so Kragh. Die teilweise durch die AIRC finanzierte Mailänder Forschungsarbeit ist Teil des von der International Agency for Research on Cancer geleiteten „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ http://www.epic.iarc.it . Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift „Journal of the National Cancer Institute“ http://jnci.oxfordjournals.org veröffentlicht.

Wie viele Hinweise brauchen wir denn noch, dass eine pflanzen basierte Ernährungsweise nicht nur den Planeten schützt sondern auch und vor allem uns Menschen. Hier ist jeder einzelne gefragt, seine Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen sowie unsere Obrigkeit, von der ich mit wünsche, sie würde mit einer ebensolchen Vehemenz gegen diese Ernährungsfehler vorgehen wie derzeit gegen eine virale Infektion. Im übrigen waren 34,3% der Todesfälle 2020 in Deutschland Herz-Kreislauf bedingt und 23,5 % Krebs bedingt.

immunrelevante Mikronährstoffe zur unterstützenden Behandlung von Infektionskrankheiten

Die jetzige Jahreszeit, Anfang Januar, mit feucht kaltem Wetter, kurzen Tagen und langer Dunkelheit ist prädestiniert für die Bereitschaft, Infektionskrankheiten Tür und Tor zu öffnen. Dazu kommt eine besondere Situation durch das COVID-19 Virus, das die Welt in Atem hält und die Entscheidungsträger vor sich her jagt.

Das Virus und die Maßnahmen, die getroffen werden, um der Pandemie zu begegnen verbreiten Angst und verursachen Stress. Aus der Psychoneuroimmunologie ist bekannt, dass Angst und Stress mächtige pathogenetische Faktoren sind, die fast noch schlimmere Folgen haben als diese Infektion an sich. Dazu kommt, dass soziale Isolation den eben genannten Faktoren in seiner Pathogenität ebenbürtig ist.

Was haben wir also für Möglichkeiten, diesen Herausforderungen zu begegnen. Sicherlich sollten wir alle unsere Stressresilienz versuchen zu erhöhen, was aber leichter gesagt als getan ist.

Parallel dazu sollten wir unser Immunsystem optimieren. Viel frische Luft, Waldbaden, Bewegung … all das kann unser Immunsystem unterstützen. Wir können aber auch ganz gezielt mit immunrelevanten Mikronährstoffen arbeiten.

Hierzu zählen bekanntermaßen und bestens belegt:

  • Vitamin A
  • Vitamin D
  • Vitamin C
  • Quercetin
  • Vitamin-B-Komplex
  • Coenzym Q10
  • Selen
  • Zink
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Vitamin K
  • sowie Spermidin und Glutathion

Zum einen sollten wir unsere Ernährung diesbezüglich optimieren und zum anderen supplementieren.

Genauere Empfehlungen entnehmen Sie bitte dem wertvollen Buch COVID-19 und Long-COVID von Uwe Gröber.

 

 

Vitamin A – unterschätzt bei immunologischen Funktionen

Wenn über die Stärkung bzw. Modulierung des Immunsystems die Rede ist, dann wird viel und hauptsächlich über Vitamin C, Vitamin D, omega-3 Fettsäuren und Zink berichtet. Dass Vitamin A aber eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielt wird dabei etwas übersehen.

Vitamin A (Retinol und seine Abkömmlinge) schützen durch die Aufrechterhaltung der Zellmembran die  Schleimhautzellen der Atemwege, des Verdauungssystems und der Harnwege. Diese Schleimhäute sind eine natürliche Barriere für Mikroorganismen und können diese, wenn intakt, nur schlecht durchdringen.

Drüber hinaus ist Vitamin A an der Synthese von Antikörpern beteiligt, hier vor allem den T-Lymphozyten, die wichtige regulatorische und Signalprozesse in Gang setzen.

Vitamin A findet sich in größeren Mengen hauptsächlich in der Leber. Nun sind Innereien nicht jedermann/fraus Sache und der zunehmende Trend, sich vegetarisch bzw. vegan zu ernähren, könnte hier zu Problemen führen. Das sollte gerade in Zeiten, in denen sich Infektionskrankheiten ausbreiten, berücksichtigt werden. Eine ausreichende Zufuhr von Gemüse und Obst und somit mit reichlich beta-carotin muss gewährleistet sein.

Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt, allerdings nicht 1:1 sondern im Verhältnis 6:1 (manche Autoren neuerer Studien gehen sogar von einem noch schlechteren Verhältnis aus). D.h. aus 6 Teilen beta-carotin wird 1 Teil Vitamin A synthetisiert. Darüber hinaus haben die Carotinoide im Körper weitere wichtige gesundheitliche Funktionen. Sie wirken antikanzerogen und sie sind potente Antioxidantien mit zum Teil einem mehrfachen der antioxidativen Wirkung von Vitamin C und E, und die sind schon sehr mächtig.

Alles gute Gründe sich gut mit carotinoidreichen Pflanzen zu versorgen. Oder sich mit sinnvoll zusammengesetzten, natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln, mit Vitalstoffen  zusätzlich zu versorgen. Aber hier ist Vorsicht geboten. Eine schwedische Studie mit isoliertem beta-carotin musste abgebrochen werden, weil Teilnehmer, die rauchten, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu erkranken, aufwiesen. Keine Isolate, keine synthetischen NEMs!

Übrigens nutzt der Körper im Winter seine Vitamin A Reserven um über einen relativ komplexen Mechanismus mehr Wärme zu produzieren. 

Vergessen darf man auch nicht, dass Zink eine entscheidende Rolle beim Transport von Vitamin A und/oder beta-Carotinen zum Wirkort spielt. Und gerade Zink hilft u.a. über diesen Weg, das Immunsystem (s.o.) zu modulieren.

Also, entweder Leber essen (wer’s mag) oder viieel Paprika, Tomaten, grünes Gemüse etc. oder sinnvoll supplementieren.