Glykokalyx – Schutz, Barriere und Heimat für Mikroorganismen

Die Glykokalyx ist eine Schicht an der Aussenfläche von Zellmembranen. Sie besteht aus Mehrfachzuckern, die fest mit den Membranproteinen und -lipiden verbunden ist.

Sie dient bei Einzellern als Schutz vor Austrocknung, vor gefressen werden und ist ein Pathogenitätsfaktor. Beim Menschen finden wir sie vor allem an der Innenseite der Gefäßwände und in der Darmschleimhaut. An den Gefäßwänden hindert sie z.B. den Austritt von Flüssigkeit ins Gewebe.

Interessant für diesen Artikel ist die Glykokalyx der Darmschleimhaut. Sie liegt wie eine Schutzschicht den (Dünn-)Darmschleimhautzellen auf und besteht im Grunde genommen aus einer mehr oder weniger keimarmen inneren, der Darmwand aufliegenden und eine äußern, dem Darmlumen zugewandter Schicht. In dieser letzteren finden sich eine Vielzahl von Bakterien, die das Mikrobiom des Darmes ausmachen. In manchen Zusammenhängen wird diese Schicht auch ‚Biofilm‘ genannt.

Der Tod sitzt im Darm

Die Zusammensetzung des Mikrofilms ist in großem Maße abhängig von Ernährung, Genussgiften wie Nikotin und Alkohol, Stress sowie Medikamenten. All diese eben genannten Faktoren können das Gleichgewicht des Mikrobiom empfindlich schädigen, so dass die Zusammensetzung pathologisch wirken kann. Der Zusammenhang zwischen einem gestörten Mikrobiom und (neurodegenerativer) Erkrankungen ist seit langem bekannt.

Wenn sich nun diese innere Schicht der Glykokalyx ausdünnt kommen mehr und mehr Bakterien an die Schleimhautzellen heran und bekommen Kontakt zu Immunzellen, die direkt unterhalb der Darmschleithautzellen liegen. Hier sei noch angemerkt, dass die Darmwand lediglich aus einer Zelllage besteht und dementsprechend sensibel ist.

Stille Entzündungen

Diese Immunzellen werden durch die Bakterien getriggert und es entstehen Entzündungen, die auf die Darmwand übergreifen können aber auch andere Organe erreichen können. Zum allergrößten Teil sind es sogenannte stille Entzündungen, auch ‚silent immflammations‘, die Ursache für eine Vielzahl von Erkrankungen sein können. Beispielhaft seien hier genannt Mb. Alzheimer, Mb. Parkinson, Kopfschmerzen, Migräne, Herzinfarkt, KHK, rheumatische Erkrankungen, Fettleber, Insulinresistenz, Fettstoffwechselstörungen, Autoimmunerrankungen, Carcinome u.s.w.

Wir finden sozusagen eine Ursache und viele Symptome. Für die stillen Entzündungen gibt es mehrere Gründe, einer davon ist die gestörte Glykokalyx. Ein Schutzfaktor für die Glykokalyx sind kurzzeitige Fettsäuren. Diese kurzzeitigen Fettsäuren werden z.B. von Bakterien gebildet, wenn sie genug Ballaststoffe bekommen, aber auch von Omega-3, (die zu dem noch antientzündlich wirkt) einer mehrfach ungesättigten essentiellen Fettsäure.

Omega-3 und Ballaststoffe 

Hier finden wir zwei Ernährungsansätze, um den Phänomen ‚silent inflammation‘ zu begegnen.  Berücksichtigt wir jetzt noch die Unterversorgung der deutschen Bevölkerung mit Omega-3 (im Durchschnitt beträgt der Omega-3 Index 4-6%, wünschenswert wäre mehr als 8%) und dass die Deutschen laut Nationaler Verzehrstudie II die von der DGE empfohlene Mindestzufuhr von 30g Ballaststoffe pro Tg mehrheitlich nicht erreichen wundert es wenig, wenn wir mittlerweile so vielen Stoffwechselkrankheiten begegnen.

An dieser Stelle sei eine kritische Anmerkung zu den im Augenblick vielfältig im Internet angepriesenen ‚Darmreinigungen‘ gestattet, die mit verschiedenen Methoden den’Biofilm’ herausbringen wollen und somit eine Reinigung der Darmschleimhaut zu vollziehen. Meines Wissens ist es noch völlig ungeklärt, was eine derartige Reinigung mit der schützenden Glykokalyx macht und evtuell sogar die schützende Schicht von den Darmschleimhautzellen mit entfernt, so dass diese schutzlos den verbliebenen Mikroorganismen ausgeliefert sind.

Was tun? Wie immer ist es ganz einfach. Iss frische, naturbelassene Lebensmittel, am besten aus biologisch-dynamischen Anbau, nutze gute natürliche Fette, reduziere die (vor allem) raffinierten Kohlenhydrate. Meide Fleisch und tierische Produkte von Tieren aus Massentierhaltung (abgesehen vom ethischen Standpunkt sind dieses Fleisch und deren Produkte wie Milch und Butter von der Zusammensetzung der Fettsäuren schlecht), versorge Dich ausreichend mit Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, nötigenfalls mit sinnvoller Nahrungsergänzung.

Mehr zu diesem Thema erfährt Du am 29. Mai von 10-15h in einem online Seminar zum Thema Darm-Hirn-Achse. 

Hier geht es zur Anmeldung.

Gesättigte Fettsäuren erhöhen Krebsrisiko immens

Quellen gesättigter Fette

Dass gesättigte Fettsäuren im Übermass genossen ursächlich an der Entstehung der Arteriosklerose beteiligt sind ist ja schon länger bekannt und bewiesen.

Dass aber eben diese Fettsäuren auch eine entscheidende Rolle bei der Brustkrebs- und Dickdarmkrebsentstehung, spielen, belegt folgender Bericht über eine großangelegte Studie mit 10.000 Frauen.

Ein reduzierter Konsum von Nahrungsmitteln mit gesättigten Fettsäuren verringert die Wahrscheinlichkeit eines Krebsbefalls von Brust und Kolon um die Hälfte. Zu diesem Ergebnis kommen Mitarbeiter der Struttura di Epidemiologia e Prevenzione am Istituto Tumori in Mailand http://istitutotumori.it und der Associazione Italiana per la Ricerca sul Cancro http://airc.it .

10.000 Frauen untersucht

„Eine ausgewogene und gesunde Erährung bedeutet, bei der täglichen Kalorienzufuhr den Anteil an gesättigten Fettsäuren auf maximal zehn Prozent zu beschränken“, erklärt Projektleiter Vittorio Krogh.

Eine stark auf Lebensmittel tierischer Herkunft ausgerichete Kost bringe eine signifikante Risikoerhöhung für eine Brustkrebserkrankung mit sich. Durchgeführt worden war die Untersuchung an mehr als 10.000 Frauen, die aus einer Stichprobe von über 300.000 Teilnehmern stammten und mehr als elf Jahre betreut worden waren.

„Im Allgemeinen bewegt sich das Erkrankungsrisiko bei einem überhöhten Anteil an gesättigten Fettsäuren bei 14 Prozent“, verdeutlicht Krogh. Bei Frauen hingegen steige die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken, sogar auf 28 bis 29 Prozent. Diese Erkenntnis festige die Annahme, dass eine solche als falsch eingestufte Ernährungweise den Östrogenspiegel anhebt und damit die Entwicklung von hormonabhängigen Tumoren fördert.

Wenig Fleisch, Butter und Käse

Der Konsum von Fleisch, Butter und Käse sollte niedrig ausfallen. „Ein hoher Anteil an dem als schädlich geltenden Cholesterin LDL lässt das Risiko um fast 90 Prozent ansteigen“, so Kragh. Die teilweise durch die AIRC finanzierte Mailänder Forschungsarbeit ist Teil des von der International Agency for Research on Cancer geleiteten „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ http://www.epic.iarc.it . Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift „Journal of the National Cancer Institute“ http://jnci.oxfordjournals.org veröffentlicht.

Wie viele Hinweise brauchen wir denn noch, dass eine pflanzen basierte Ernährungsweise nicht nur den Planeten schützt sondern auch und vor allem uns Menschen. Hier ist jeder einzelne gefragt, seine Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen sowie unsere Obrigkeit, von der ich mit wünsche, sie würde mit einer ebensolchen Vehemenz gegen diese Ernährungsfehler vorgehen wie derzeit gegen eine virale Infektion. Im übrigen waren 34,3% der Todesfälle 2020 in Deutschland Herz-Kreislauf bedingt und 23,5 % Krebs bedingt.

immunrelevante Mikronährstoffe zur unterstützenden Behandlung von Infektionskrankheiten

Die jetzige Jahreszeit, Anfang Januar, mit feucht kaltem Wetter, kurzen Tagen und langer Dunkelheit ist prädestiniert für die Bereitschaft, Infektionskrankheiten Tür und Tor zu öffnen. Dazu kommt eine besondere Situation durch das COVID-19 Virus, das die Welt in Atem hält und die Entscheidungsträger vor sich her jagt.

Das Virus und die Maßnahmen, die getroffen werden, um der Pandemie zu begegnen verbreiten Angst und verursachen Stress. Aus der Psychoneuroimmunologie ist bekannt, dass Angst und Stress mächtige pathogenetische Faktoren sind, die fast noch schlimmere Folgen haben als diese Infektion an sich. Dazu kommt, dass soziale Isolation den eben genannten Faktoren in seiner Pathogenität ebenbürtig ist.

Was haben wir also für Möglichkeiten, diesen Herausforderungen zu begegnen. Sicherlich sollten wir alle unsere Stressresilienz versuchen zu erhöhen, was aber leichter gesagt als getan ist.

Parallel dazu sollten wir unser Immunsystem optimieren. Viel frische Luft, Waldbaden, Bewegung … all das kann unser Immunsystem unterstützen. Wir können aber auch ganz gezielt mit immunrelevanten Mikronährstoffen arbeiten.

Hierzu zählen bekanntermaßen und bestens belegt:

  • Vitamin A
  • Vitamin D
  • Vitamin C
  • Quercetin
  • Vitamin-B-Komplex
  • Coenzym Q10
  • Selen
  • Zink
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Vitamin K
  • sowie Spermidin und Glutathion

Zum einen sollten wir unsere Ernährung diesbezüglich optimieren und zum anderen supplementieren.

Genauere Empfehlungen entnehmen Sie bitte dem wertvollen Buch COVID-19 und Long-COVID von Uwe Gröber.

 

 

Vitamin A – unterschätzt bei immunologischen Funktionen

Wenn über die Stärkung bzw. Modulierung des Immunsystems die Rede ist, dann wird viel und hauptsächlich über Vitamin C, Vitamin D, omega-3 Fettsäuren und Zink berichtet. Dass Vitamin A aber eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielt wird dabei etwas übersehen.

Vitamin A (Retinol und seine Abkömmlinge) schützen durch die Aufrechterhaltung der Zellmembran die  Schleimhautzellen der Atemwege, des Verdauungssystems und der Harnwege. Diese Schleimhäute sind eine natürliche Barriere für Mikroorganismen und können diese, wenn intakt, nur schlecht durchdringen.

Drüber hinaus ist Vitamin A an der Synthese von Antikörpern beteiligt, hier vor allem den T-Lymphozyten, die wichtige regulatorische und Signalprozesse in Gang setzen.

Vitamin A findet sich in größeren Mengen hauptsächlich in der Leber. Nun sind Innereien nicht jedermann/fraus Sache und der zunehmende Trend, sich vegetarisch bzw. vegan zu ernähren, könnte hier zu Problemen führen. Das sollte gerade in Zeiten, in denen sich Infektionskrankheiten ausbreiten, berücksichtigt werden. Eine ausreichende Zufuhr von Gemüse und Obst und somit mit reichlich beta-carotin muss gewährleistet sein.

Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt, allerdings nicht 1:1 sondern im Verhältnis 6:1 (manche Autoren neuerer Studien gehen sogar von einem noch schlechteren Verhältnis aus). D.h. aus 6 Teilen beta-carotin wird 1 Teil Vitamin A synthetisiert. Darüber hinaus haben die Carotinoide im Körper weitere wichtige gesundheitliche Funktionen. Sie wirken antikanzerogen und sie sind potente Antioxidantien mit zum Teil einem mehrfachen der antioxidativen Wirkung von Vitamin C und E, und die sind schon sehr mächtig.

Alles gute Gründe sich gut mit carotinoidreichen Pflanzen zu versorgen. Oder sich mit sinnvoll zusammengesetzten, natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln, mit Vitalstoffen  zusätzlich zu versorgen. Aber hier ist Vorsicht geboten. Eine schwedische Studie mit isoliertem beta-carotin musste abgebrochen werden, weil Teilnehmer, die rauchten, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu erkranken, aufwiesen. Keine Isolate, keine synthetischen NEMs!

Übrigens nutzt der Körper im Winter seine Vitamin A Reserven um über einen relativ komplexen Mechanismus mehr Wärme zu produzieren. 

Vergessen darf man auch nicht, dass Zink eine entscheidende Rolle beim Transport von Vitamin A und/oder beta-Carotinen zum Wirkort spielt. Und gerade Zink hilft u.a. über diesen Weg, das Immunsystem (s.o.) zu modulieren.

Also, entweder Leber essen (wer’s mag) oder viieel Paprika, Tomaten, grünes Gemüse etc. oder sinnvoll supplementieren.

 

 

 

Die Darm-Hirn Achse

Seit ca. 3 Milliarden Jahren gibt es Mikroorganismen auf der Erde und erst viel viel später kamen vielzellige Lebensformen hinzu. Eigentlich Futter für die Bakterien, denn Bakterien wollen immer fressen.

Sind ja lebendige Einheiten und müssen ihren Stoffwechsel bedienen. Sie waren so hungrig, dass sie sogar in ein anderes Bakterium eingedrungen sind um zu sehen, was es da zu fressen gab. So entstand übrigens unser heutiges Mitochondrium, in dem sich immer noch eine (ziemlich ungeschützte) DNA befindet, also Bakterien DNA.

Die Symbiose mit Mikroorganismen ist also uralt und integrativer Bestandteil des menschlichen Seins. Das zeigt sich nirgendwo mehr als auf der Darmschleinhaut, auf der sich unzählige Mikroorganismen tummeln. Früher fälschlicherweise Darmflora genannt, wird diese Besiedlung jetzt als Mikrobiom oder Mikrobiota bezeichnet.

Es ist eine Symbiose. Die Bakterien brauchen uns bzw. unsere Nahrung und wir brauchen sie. Unterschiedliche Quellen verweisen auf mehr als 1.000 Arten und mit insgesamt mehr als 100 Billionen Bakterien und einem Gesamtgewicht von ca. 2kg.

Auf unserer Haut und unseren Schleimhäuten tummeln sich also unzählige mikroskopisch kleine Lebensformen, die gesund bleiben und in einem Gleichgewicht leben wollen bzw. müssen.

Der wohl weitaus größte Teil befindet sich auf der Schleimhaut des Dickdarmes und hat lebenswichtige Funktionen. Ohne sie würden wir nicht leben können. Sie haben entscheidenden Anteil an unserer Verdauung, beeinflussen das Immunsystem, sind in Entzündungsprozessen involviert und haben über verschiedene Verbindungen einen direkten Draht zu unserem Gehirn.

Und hier wird es sehr spannend. So geht man heute davon aus, dass z.B. eine Krankheit wie der Morbus Parkinson im Grunde seine Ursache im Darm hat. Eine gestörte Darmmikrobiota führt zu eine Fehlbesiedlung mit Bakterien, die ein bestimmtes Protein synthetisieren, dass dann über die Darm-Hirn-Achse sich im Gehirn ablagert und dort zu dem Untergang der betreffenden nervalen Zellregionen führt.

Ebenso geht man mittlerweile davon aus, dass eine Krankheit wie die multiple Sklerose ebenfalls ihre immunologischen Ursachen im Darm hat.

Das heisst, Krankheiten, die vormals ausschließlich als neurologische Krankheiten definiert wurden müssen heute umgedacht werden und entsprechende Therapieansätze erweitert werden.

Bekannt ist auch, dass die Ernährungsweise der industrialisierten Welt mit viel raffiniertem Zucker, Fast Food und zu viel Fleisch einen negativen Einfluss auf die Darmmikrobiota hat.

‚Eure Nahrung sei Eure Medizin und Eure Medizin sei Eure Nahrung.‘ Hippokrates

Vertieft wird diese Thema in dem online Seminar ‚die Darm-Hirn-Achse‘ am 14.11.

Hier kannst Du Dich anmelden.

https://hplanglotz.de/events/ganzheitlicher-ernaehrungsberater-modul-4-die-darm-hirn-achse/

Die Lebensenergie nähren

Wenn Du im Netz nach Informationen über den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit suchst findest Du 1000e Seiten über den Einfluss von Nahrungsmitteln auf den Stoffwechsel. Das Spektrum reicht von vereinfachenden Darstellungen bis hin zu höchst komplexen biochemischen Zusammenhängen.

Gemeinsam ist diesen Ansätzen die Reduzierung des Menschen auf eine Stoffwechselmaschine in die lediglich die ‚richtigen‘ Lebensmittel hineingeschüttet werden müssen um am Ende ein optimales Funktionieren zu gewährleisten.

Dass wir Menschen aus mehr als aus dem Körper bestehen ist eine Binsenweisheit. Dennoch wird dieser Aspekt immer noch zu selten im Zusammenhang mit dem Thema Ernährung berücksichtigt. 

So ist der Begriff der Lebensenergie den Abstraktlingen der Naturwissenschaften fremd. Ganz anders in den traditionellen Ernährungsformen im fernen Osten wie in Indien, China und Japan, um nur die drei bekanntesten zu nennen. Auch in unserem Kulturkreis gab (und gibt) es derartige Konzepte, die seit dem Zeitalter der Aufklärung mehr oder weniger in Vergessenheit geraten sind und als Hokus Pokus und Aberglaube abgetan wurden.

Ohne näher auf diese Denkansätze einzugehen möchte ich aber die Frage stellen, wie wir denn über die Nahrung eben diese Lebensenergie nähren uns stärken können.

Da gibt es zum einen den Begriff der Frische. Je frischer und natürlicher ein Lebensmittel ist und je weniger es  verarbeitet wurde um so mehr enthält es die Lebensenergie stärkenden Inhalte. Als Beispiel seien hier Biophotonen erwähnt, deren Nutzen und Relevanz spätestens seit den Forschungen von Dr. Fritz Popp bewiesen sind. Siehe auch diesen Blog-Beitrag.

Zum anderen spielt die Produktion von Lebensmitteln eine entscheidende Rolle. In dem Buch ‚Die unsichtbare Kraft in Lebensmitteln‚ findest Du eine Vielzahl wunderbarer Fotos von Lebensmitteln in 500-1000facher Vergrößerung die biologisch-dynamisch angebaut worden sind und Lebensmitteln gegenübergestellt, die konventionell angebaut worden sind. Offensichtlich ist der Unterschied in Ordnung und Struktur zu erkennen.

Neben der optimalen Stoffwechselversorgung mit vollwertiger Kost ist diesem Aspekt der Ernährung ein mindestens  ebensogroßer Anteil einzuräumen. Denk mal darüber nach, wie Du Deine Lebensenergie nähren kannst?

Sirtfood – was ist das denn?

Sirtfood oder die Sirtuindiät beschreibt eine Ernährungsform mit ausgewählten Lebensmitteln, die einen stimulierenden Einfluss auf eine Gruppe von Enzymen, Sirtuine genannt, haben.

Sirtuine

Sirtuine sind nach dem Gen Sir2 benannt, das die Menge der hergestellten Sirtuine reguliert. Sie werden in fast allen tierischen Lebewesen und auch im Menschen gefunden. Insgesamt sind es 7 bei den Säugetieren.

Aufgaben (Masterregulatoren des Stoffwechsels)

Sirtuine sind für eine große Anzahl von Kontroll- und Regulationsmechanismen verantwortlich. Unter anderem kontrollieren sie die Zellteilung sowie die Reparatur von DNA-Brüchen. Das heisst, sie spielen eine besondere Rolle bei der Zellerneuerung (Zellteilung) und bei Alterungsprozessen (DNA-Reparatur).

Sie unterdrücken die Tumorenentstehung und können am Wachstum der Nervenfortsätze, der Axone, mitwirken.

Sie reduzieren oxidativen Stress in den Zellen und schützen die Enden der DNA-Stränge, die Telomere, die eine entscheidende Rolle bei Alterungsprozessen spielen.

Sie regulieren den Zellstoffwechsel und die Insulinsynthese.

Kurz gesagt sind sie bei den Prozessen beteiligt, die uns gesund erhalten und gesund altern lassen. Sie werden auch als Langlebigkeitsgene bezeichnet, obwohl sie Enzyme sind und keine Gene.

Stimulierung über Lebensmittel 

Die Sirtuindiät ist nun bestrebt mit der Auswahl bestimmter Lebensmittel die Menge an Sirtuinen zu erhöhen. Denn wenn sie zur DNA-Reparatur benötigt werden fehlen sie bei der Regulierung der Zellteilung. Darum ist es wichtig, diese Enzyme in mehr als ausreichender Menge herstellen zu lassen.

Darum ist die Sirtuindiät nicht mit vielen der anderen derzeit angesagten Ernährungsformen wie low carb Diäten und oder Paleokost vergleichbar, die allesamt die Vor- bzw. Nachteile der Makronährstoffe Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße in den Mittelpunkt stellen.

Nun ist mittlerweile bekannt, dass folgende Lebensmittel die Sirtuinproduktion anregen:

Buchweizen, Kapern, Stangesellerie, Grüner Tee, Grünkohl, Olivenöl, Walnüsse, Kurkuma, Erdbeeren, Rotwein, Radicchio, Kakao, Kaffee, Kurkuma, Petersilie, Liebstöckel, rote Zwiebeln und noch einige mehr. 

Mehr findest Du in dem Buch Die Sirtuin Diät von Googins und  Matten: Jung und schlank mit Genuss.
Die Autoren, Ernährungswissenschaftler, gelten als die Entwickler dieser Diät.

Schaue ich mir die obige Liste an, so sind das alles Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen wie Rutin, Quercetin, Resveratrol, Curcumin, Katechine u.a. Das bedeutet, dass eine pflanzliche Kost mit frischen Lebensmitteln dazu beiträgt uns länger gesund zu erhalten. Im Grunde genommen keine wirklich neue Erkenntnis und lediglich eine weitere Argumentationshilfe für die Abkehr von der industrialisierten krankmachenden Mischkost hin zu einer (möglichst) veganen Ernährungsweise.

Im Übrigen werden diese Enzyme auch durch Intervallfasten oder komplettes Fasten oder durch Sport aktiviert.

Ich sag’s ja …bewegen, ernähren, entspannen.

Wie man Brokkoli richtig zubereitet

Krebsprophylaxe in der Küche

Brokkoli gehört zur riesigen Familie der Kreuzblütler. darunter fallen auch alle anderen Kohlsorten sowie Senf(blätter), Meerrettich und Radieschen, Brunnenkresse und Rucola.

Allen ist gemeinsam, dass sie wertvolle bioaktive Substanzen besitzen, u.a. die Glucosinolate. Die vorbeugenden Wirkungen reichen vom Schutz vor Diabetes Typ 2 über Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu antikanzerogenen Eigenschaften. Wahre Superhelden.

Und dieser Superheld hat einen Namen: Sulforaphan. Sulforaphan ist allerdings nicht aktiv in der Pflanze enthalten sondern ist ein Umwandlungsprodukt aus seinem Vorläufer, dem Glucoraphan. Damit diese Umwandlung vonstatten gehen kann, braucht es ein Enzym, die Myrosinase, das die Pflanze praktischerweise gleich mitliefert, aber nicht im gleichem Pflanzenkompartiment wie das Glucoraphan.

Im Grunde genommen sind diese Substanzen Schutzstoffe vor Fraßfeinden, jedoch mit immenser gesundheitlicher Bedeutung für uns Menschen.

Hacken und Warten

Diese separate Aufteilung muss beim Zubereiten berücksichtigt werden in dem man dem Enzym Zeit gibt, seine Arbeit zu verrichten, nämlich das Glucoraphan in das aktive Sulforaphan umzuwandeln. Und das macht man, in dem man den Brokkoli in Stücke schneidet und dann ca. 40 Minuten liegen lässt. Durch das Zerschneiden werden die Kompartimente eröffnet und Glucoraphan und das Enzym Myrosinase kommen zusammen und das Endprodukt Sulforaphan entsteht.

Noch effektiver wird es, wenn man den geschnittenen Brokkoli mit Zitronensaft oder etwas Essig beträufelt, weil man herausgefunden hat, dass die Zugabe der Säure nicht nur das empfindliche Vitamin C schützt sondern auch und vor allem die Bildung von Sulforaphan optimiert.

Diese Zubereitungsart nennt Dr. Michael Greger in seinem höchst lesenswerten Buch: How not to die die ‚Hacken-und-Warten-Technik‘.

Rohverzehr

Es würde aber auch anders gehen, denn Nachteil der Hacken-und-Warten-Technik ist die längere Vorbereitungszeit: Rohverzehr. Durch das Kauen des rohen Kreuzblütlers geschieht dasselbe wie durch das Zerschneiden, und die freigesetzte Myrosinase kann beim Kauen und Transport in den Magen seinen Job erledigen, bevor es im Magen durch die Magensäure deaktiviert wird. Auch hier gibt es einen Nachteil: nicht jeder Kreuzblütler ist angenehm roh zu verzehren. Während Rucola, Radieschen und Rettich roh gut zu verzehren sind wird es bei z.B. Rosenkohl und Grünkohl weniger angenehm.

Darüber hinaus kann ein hinzufügen von Kreuzblütlern zu Smoothies ebenfalls enorme gesundheitliche Vorteile bieten.

Würde man Rosenkohl, Brokkoli und Blumenkohl einfach kochen, wird das Enzym Myrosinase zerstört und es könnte kein Sulforaphan gebildet werden.

Externe Enzyme

Ein dritte Möglichkeit, die Sulforaphanausbeute zu erhöhen ist das hinzufügen externer Enzyme in Form von rohen Kreuzblütlern zu den gekochten. Das Enzym Myrosinase ist zwar hitzelabil und wird durch Kochen zerstört, allerdings nicht das Glucoraphan und wenn man jetzt erhitztes Kohlgemüse mit Rucola oder Radieschen (oder anderen rohen Kreuzblütlern) verzehrt kann dennoch eine Umwandlung in das aktive Sulforaphan stattfinden.

Sprossen 

Eine vierte und letzte Möglichkeit, Sulforaphan in nennenswerten und damit gesundheitsfördernden Mengen zu sich zu nehmen besteht im Verzehr von Sprossen. So haben 3- Tage alte (oder junge) Brokkolisprossen einen 10-100 mal höhere Konzentration an Glucosinolaten. Und wenn man dann dazu noch etwas Zitronensaft oder Essig hinzugeben würde …

weiterführende Literatur:
Niko Rittenau: Vegan-Klischee ade!
Dr. Michael Greger: How not to die
(Verlinkungen zu amazon, oder aber Du unterstützt Deinen lokalen Buchhändler)

 

 

 

Kuhmilch ist gut für Kühe

In Deutschland wurden 2007 über 28.000 Tonnen Kuhmilch produziert. Kühe sind zu einem Produktionsmittel reduziert worden, die den Prinzipien der Rationalisierung und somit der Profitmaximierung unterworfen sind.

Moderne ‚Hochleistungskühe‘ produzieren ca. 27 l Milch pro Tag. Nach der Geburt eines Kalbes wird sie 10 Monate maschinell gemolken und bekommt dann 6-8 Wochen Melkpause.

Der Deutsche Tierschutzbund schreibt dazu:
„Die hohe Milchleistung macht die Kühe anfällig für Erkrankungen wie Lahmheiten, Euter-Entzündungen und Fruchtbarkeits-Störungen. Da sich eine tierärztliche Behandlung der Tiere angesichts der niedrigen Milchpreise oft nicht lohnt, werden viele Kühe stattdessen zum Schlachten aussortiert, so dass die durchschnittliche Lebenserwartung nur noch bei vier bis fünf Jahren liegt. Etwa 35 Prozent des Rindfleisches in Deutschland stammt von solchen Kühen.“
https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/landwirtschaft/rinder/milchkuehe/

Allein ethische Aspekte der Massentierhaltung zur Kuhmilchproduktion verbieten eine Verwendung dieser Produkte.

Kuhmilch enthält naturgemäß hauptsächlich die Inhaltsstoffe, die es den Kälbern ermöglichen soll, schnell und effizient Muskeln und Knochen aufzubauen, um mit der Herde mitlaufen zu können.

D.h. insbesondere Calcium, Proteine und Wachstumsfaktoren.

Alles, was der neue Erdenbürger auf zwei Beinen nicht in diesem Maße gebrauchen kann. Im Gegenteil, diese Inhaltsstoffe gereichen ihm/ihr zum Nachteil. 

Vor allem die Wachstumsfaktoren IGF-1 und MikroRNS-21 sollten kritisch betrachtet werden. MikroRNS-21 (kleinste Ribonukleinsäuren) wird auch von bösartigen Tumoren gebildet. Michproteine lassen den insulinähnlichen Wachstumsfaktor-1 (IGF-1) steigen, was ebenfalls mit mehreren Krebsarten in Verbindung gebracht wird (klicke hier)

Darüber hinaus gibt es Hinweise, das das primäre Milchprotein Kasein Krebserkrankungen fördern kann.

Humane Muttermilch enthält deutlich weniger Protein und Calcium, dafür mehr Kohlenhydrate und vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Vitamin C.

Kuhmilch ist eine Lebensmittel, das den Namen nicht verdient. Die beschränkte Sichtweise auf Inhaltsstoffe ohne Berücksichtigung der Produktionsmethoden inklusive inhumanen Haltungsbedingungen zeugt von einer unzeitgemäßen Haltung gegenüber Tieren und Pflanzen, zeugt von Unkenntnis über die Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur. 

Tieren und Pflanzen gebührt Respekt, der ihnen in den modernen Produktionsmethoden nicht entgegengebracht wird.

Kuhmilch ist gut für Kühe … und dabei sollte es auch bleiben.

 

Biophotonen – Licht in unseren Zellen

Wir leben vom Licht. Ohne Sonne kein Leben auf diesem Planeten. Alle Lebewesen sind im Grunde genommen Lichtsäuger, auch wir Menschen.

Aber was saugen wir da, wo kommt es her und wie kommt es in unseren Körper. Die Strahlung der Sonne besteht u.a. aus Photonen (=Lichtquanten). Pflanzen nehmen diese Lichtquanten über die Photosynthese auf, wandeln Licht in Energie um und speichern die Biophotonen (=Photonen in lebendigen Substanzen).

Und wir Menschen nehmen über frische Nahrung, möglichst unbehandelt (und schon mal gar nicht industriell verarbeitet, sozusagen ‚denaturiert) über diesen Weg Biophotonen in uns auf.

Welche Funktion haben diese Biophotonen. Nach den Forschungen und Erkenntnissen von Prof. Dr. Fritz-Albert Popp dienen sie vor allem der Informationsübertragung und Aufrechterhaltung der zellulären Ordnung. Wir besitzen also neben den materiellen Informationssystem im menschlichen Körper, dem Nerven- und dem Hormonsystem, ein drittes und wohl auch wesentliches Informationssystem, das uns mit dem Licht verbindet. Diese Biophotonen werden in der menschlichen Zelle zu einem Großteil in der DNA gespeichert.

Wir können sie direkt über die Sonnenstrahlung aufnehmen und indirekt über Pflanzen. Die elementare Bedeutung dieser Erkenntnisse ist noch lange nicht in den allgemeinen Wissensschatz  durchgedrungen und wird nur kaum erforscht oder gar wissentlich ignoriert.

Dass dieses aber derzeit noch viele Phänomen, angefangen von der zellulären Ordnung eines Organs bis hin zur Entstehung einer Unordnung, im schlimmsten Fall eine Krebserkrankung, eine sinnvolle Erklärung bietet, sollte Anlass genug sein, sich mit diesem Thema intensiver zu beschäftigen.

Östlichen Philosophien, aber auch in unserem Kulturkreis, ist das Konzept von Energie nicht unbekannt, im Gegenteil, sie ist die Basis für die traditionellen Betrachtungsweisen der Philosophie, der Medizin, ja der gesamten Lebensphänomene.

Wohin uns die einseitige Betrachtungsweise der Welt unter Ausschluss solcher Phänomene führt, können wir derzeit an allen Ecken und Enden sehen. Es wird immer wichtiger, immer drängender, diese Aspekte als alltäglichen Bestandteil zu verstehen, nicht zuletzt in der Nahrungsaufnahme und in der Produktion von Lebensmitteln.

Sonnst wird uns allen irgendwann das Licht fehlen und somit das Leben.

Literatur:
Fritz A. Popp: Die Botschaft der Nahrung 
Erwin Schrödinger: Was ist Leben
Rüdiger Dahlke: Das Geheimnis der Lebensenergie in unserer Nahrung: