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Buchtipp: vegan Klischee ade

Vegan Klischee ade

Vegane Ernährung boomt, keine Frage.

Und wird kontrovers diskutiert. Von den gebetsmühlenartig vorgetragenen Vorurteilen, dass Veganer mit wichtigen Nährstoffen unterversorgt sind bis hin zu einer fast religiös anmutenden Diskussion.

Der Ernährungswissenschaftler Niko Rittenau macht sich nun auf, um auf über 500 Seiten die gängigen Vorurteile gegenüber einer veganen Ernährungsweise zu entkräften.

Wobei die Betonung auf Wissenschaft liegt. Belegt durch eine Vielzahl von zitierten Studien zeigt Niko Rittenau auf, dass eine vegane Ernährungsform mitnichten zu Mangelerscheinungen führen muss, sondern im Gegenteil, wenn richtig durchgeführt, gesundheitsfördernd wirkt.

Ausgehend von den fünf wichtigsten Säulen einer veganen Ernährung, Vollkorngetreide, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse und Saaten, erläutert der Autor höchst detailliert die gesundheitlichen Vorteile und entkräftet die gängigsten Vorurteile.

Das Dauerthema Vitamin B12 bei Veganern wird mit exakten Einnahmenempfehlungen ausführlichst abgehandelt. Dieses Buch ist eine wahre Schatzkiste an Informationen und absolut empfehlenswert für alle, die sich mit Ernährungscoaching und/oder veganer Ernährung befassen.

Das Buch ist mit 26,50 in der Preisgestaltung für soviel Informationen sehr moderat, der Sprecher des Hörbuches ist mir persönlich etwas zu schnell und erfordert größte Konzentration, sonst bist Du draußen.

Eine kritische Anmerkung noch. Mir fehlt die Differenzierung zum Thema bio versus konventioneller Anbau und was das einerseits mit den Säulen einer veganen Ernährung macht und andererseits ob und wie die Ressourcen unseres Planeten berücksichtigt werden. Ein bisschen zu viel der wissenschaftlichen Scheuklappen und zu wenig Denke in ganzheitlichen Zusammenhängen.

Auch fehlt mir der ganzheitliche Ansatz in der Betrachtung des Menschen. Nahrung ist mehr als die Versorgung des Stoffwechsel mit den notwendigen Stoffen. Lebensmittel nähren Körper, Geist und Seele, insbesondere dann, wenn deren Produktion die Rhythmen der Natur berücksichtigt und sich darin einfügt.

Aber wenn Du darüber hinweg schauen kannst, hast Du ein unschlagbares Standardwerk zum Thema vegane Ernährung. Absolute Kaufempfehlung.

Mit dem folgenden Link landest Du bei amazon (und kannst Dir mehr Informationen holen), aber mir wäre es lieber, Du bestellst es bei Deinem örtlichen Buchhändler und unterstützt so den inhabergeführten Handel und nicht den reichsten Mann der Welt (oder ist das jetzt Elon Musk? wechselt wahrscheinlich, je nach Börsenwert der jeweiligen Unternehmen 🙈😁).

Niko Rittenau: Vegan Klischee ade …

oder als Hörbuch für 12,99

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Ernährung Vorbeugung

Verarbeitete Fleischprodukte steigern Risiko für frühen Tod

Fleischprodukt
Pieter Aertsen (circa 1508–1575) [Public domain], via Wikimedia Commons
Verarbeitete Fleischprodukte schrauben das Risiko eines frühen Todes nach oben, so die Universität Zürich http://www.uzh.ch in ihrer aktuellen Studie, für die Daten einer halben Mio. Menschen in Europa ausgewertet wurden. Eine Ernährung, die reich an Fleischerzeugnissen ist, stand in Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und einem frühen Tod. Das Team um Sabine Rohrmann schreibt in BMC Medicine, dass das Salz und die Chemikalien, die eingesetzt werden, um das Fleisch haltbar zu machen, die Gesundheit schädigen.

Teilnehmer 13 Jahre lang begleitet

Für die Studie wurden Teilnehmer aus zehn europäischen Ländern durchschnittlich fast 13 Jahre lang begleitet. Es zeigte sich, dass Menschen, die eine große Menge an Fleischerzeugnissen aßen, auch eher rauchten, fettsüchtig waren und über andere Verhaltensmuster verfügten, die die Gesundheit schädigen. Auch als diese Risikofaktoren berücksichtigt wurden, schädigten die Fleischprodukte die Gesundheit.

Einer von 17 Teilnehmern starb. Jene, die täglich mehr als 160 Gramm verarbeitetes Fleisch zu sich nahmen – das entspricht zwei Würstchen und einer Scheibe Speck – starben mit einer um 44 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit innerhalb des Beobachtungszeitraums von 12,7 Jahren als jene Teilnehmer, die rund 20 Gramm aßen. Insgesamt starben fast 10.000 Teilnehmer an Krebs und 5.500 an Herzerkrankungen.

20 Gramm am Tag wären ideal

Laut Rohrmann steht hoher Fleischkonsum mit einem weniger gesunden Lebensstil in Zusammenhang. „Mit dem Rauchen aufzuhören, ist wichtiger als weniger Fleisch zu essen. Ich würde jedoch empfehlen, weniger Fleisch zu essen.“ Würde jeder der Probanden täglich nicht mehr als 20 Gramm Fleischprodukte zu sich nehmen, dann hätten drei Prozent der vorzeitigen Todesfälle verhindert werden können.

Die britische Regierung empfiehlt zum Beispiel, dass nicht mehr als 70 Gramm verarbeitetes Fleisch am Tag gegessen werden soll. Das entspricht in etwa zwei Scheiben Speck. Etwas Fleisch, sogar verarbeitetes Fleisch, ist laut der Studie hingegen gut für die Gesundheit. Rohrmann zufolge erleiden Menschen, die zwar auf Fleisch verzichten, aber ihre restliche Ernährung nicht umstellen, einen Mangel an wichtigen Mineralstoffen wie Eisen.

Erkenntnisse bereits bestätigt

Rachel Thompson vom World Cancer Research Fund http://wcrf.org betont, dass die Ergebnisse bestehende Hinweise darauf bestätigten, die Gesundheitsrisiken durch das Essen von Fleischprodukten betonten. „Unsere zuerst 2007 und dann 2011 bestätigten Forschungsergebnisse zeigen, dass das Essen von Speck, Schinken, Hotdogs, Salami und von bestimmten Würsten das Darmkrebsrisiko erhöhen kann.“